{"id":669,"date":"2012-02-26T10:06:39","date_gmt":"2012-02-26T09:06:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/?page_id=669"},"modified":"2020-08-20T16:55:09","modified_gmt":"2020-08-20T14:55:09","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/?page_id=669","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Gr\u00fcndung 1878<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dffeuer im Herbst 1878, aber auch die furchtbaren Erinnerungen an das gro\u00dfe Brandungl\u00fcck im Jahre 1866 d\u00fcrften den Anlass zur Gr\u00fcndung einer Freiwilligen Feuerwehr in Heuchelheim gegeben haben. Allein bei der Brandkatastrophe von 1866 wurden 264 Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt und 369 Bewohner obdachlos. Unter dem Vorsitz des Feuerwehrhauptmanns der Freiwilligen Feuerwehr Gie\u00dfen, Rechtsanwalt Weidig, rief man zur Gr\u00fcndungsversammlung auf. Wie das Protokoll aussagt, ist am 18. November 1878 die Freiwillige Feuerwehr<\/p>\n<p>Heuchelheim als ordentlicher Verein gegr\u00fcndet worden. Sicherlich hatte auch damals der Gemeindevorstand die Bem\u00fchungen zum Schutze der Bev\u00f6lkerung gef\u00f6rdert, zumal die Pflichtfeuerwehr im Ernstfall nicht ausreichte und auf die Mithilfe anderer M\u00e4nner angewiesen war. Zu jener Zeit gab es zwar schon Feuerspritzen, die jedoch alle von Hand bedient wurden und eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig schwache Wasserleistung aufwiesen.<\/p>\n<p><strong>Die Jahre bis 1900<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei Gr\u00fcndung der Wehr standen zwei Spritzen, eine 12 Jahre alte und eine um 1874 angeschaffte, sowie Leitern und zahlreiche Feuereimer als L\u00f6schger\u00e4te zur Verf\u00fcgung. Wegen ihrer gr\u00f6\u00dferen Mannschafts-st\u00e4rke erhielt die Freiwillige Feuerwehr die neue Spritze, w\u00e4hrend die alte der Pflichtfeuerwehr blieb. Nachdem eine einsatzwillige Mannschaft bereitstand, gingen die \u00dcberlegungen nach Erweiterung der Ausr\u00fcstung. Die Gro\u00dfherzogliche Regierung gab im Jahre 1881 einen Zuschuss von eintausend Mark. Damit konnte endlich ein Wasserzubringer mit entsprechendem Schlauchmaterial angeschafft werden. Jetzt war es m\u00f6glich, vom Bieberbach aus das Wasser nach fast allen Hofreiten des Dorfes zu pumpen und die Druckspritzen zu versorgen. Betr\u00e4chtliches Schlauchmaterial gro\u00dfer Dimensionen und ein Schlauchwagen machten den Zubringer zu einem wichtigen Ger\u00e4t, das sich auch bei ausw\u00e4rtigen L\u00f6schhilfen bew\u00e4hrte. Mit dem Bau der Wasserleitung im Jahre 1931 wurde der Zubringer \u00fcberfl\u00fcssig. Die Uniformierung der jungen Wehr war in der ersten Zeit recht d\u00fcrftig und bestand aus einem einfachen Leinenkittel. Im Laufe der Jahre erhielten die Feuerwehrleute einen Rock aus hellgelbem festen Stoff mit Flanellf\u00fctterung. Als Kopfschutz diente ein Raupenhelm, der bei den Steigern aus Messing und den \u00fcbrigen Wehrm\u00e4nnern aus Leder bestand. Eine Stiftung des Creditvereins erm\u00f6glichte es, zum 25-j\u00e4hrigen Bestehen schmucke, blaugraue Uniformr\u00f6cke anzuschaffen. Im \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild konnte sich nun die Heuchelheimer Freiwillige Feuerwehr sehen lassen.<\/p>\n<p>Neben dem Feuerwehrdienst pflegte die Wehr von Anfang an auch die Geselligkeit. Jedes Jahr fand am Gr\u00fcndungstag ein Familienabend statt, der sich damals Stiftungsfest nannte, und diese Tradition lebt im heutigen Wintervergn\u00fcgen der Freiwilligen Feuerwehr weiter. Zum ersten Einsatz kam die junge Wehr im Jahre 1879, als ein Gro\u00dfbrand in Heuchelheim ausbrach. Im Protokollbuch ist eigenartigerweise dar\u00fcber nichts zu lesen. Man vermerkt nur, dass 1890 die Wehr ihre erste Bew\u00e4hrungsprobe bei einem Brandeinsatz zu bestehen hatte. Die Ursache hierf\u00fcr d\u00fcrfte darin zu suchen sein, dass die au\u00dferdem bestehende Pflichtfeuerwehr kommandof\u00fchrend beim Brandeinsatz war. Im Protokollbuch stehen deshalb auch bis 1890 nur vereinsinterne Eintragungen und keine Brandberichte, die aber nachher l\u00fcckenlos gef\u00fchrt wurden, als man sich dar\u00fcber einigte, das Kommando bei allen Brandeins\u00e4tzen dem Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr zu \u00fcbertragen. Die Freiwillige Feuerwehr f\u00fchrte pro Jahr mindestens zehn \u00dcbungen durch, w\u00e4hrend die Pflichtfeuerwehr mit ihrer 20-Mann-Sollst\u00e4rke nur eine \u00dcbung ansetzte. Das bedingte f\u00fcr die mannschaftsm\u00e4\u00dfig st\u00e4rkere Freiwillige Feuerwehr mit durchweg 80 bis 90 aktiven Mitgliedern die gr\u00f6\u00dfere Einsatzbereitschaft. Irgendwann um 1892 d\u00fcrfte der Ausspruch: \u201eIn Heuchelem doa boannt&#8217;s alsemoal&#8220; entstanden sein. Tats\u00e4chlich galt es eine Vielzahl von Br\u00e4nden zu l\u00f6schen, die dank der straff organisierten Freiwilligen Feuerwehr meist auf ihren Herd einged\u00e4mmt werden konnten. Leichtsinn, aber auch Brandstiftung durch einen Geistesgest\u00f6rten haben mit dazu beigetragen, dass es in Heuchelheim mehr gebrannt hat als in den umliegenden Ortschaften. Ein so zweckm\u00e4\u00dfig gebautes, gut eingerichtetes und ger\u00e4umiges Feuerwehrger\u00e4tehaus, wie es heute in Heuchelheim vorzufinden ist, gab es damals noch nicht. Die L\u00f6schger\u00e4te waren im Backhaus in der Bachstra\u00dfe, in der Kirchstra\u00dfe im Stra\u00dfenbereich der jetzigen Martinskirche und im Rathaus untergebracht. In der Brauhausstra\u00dfe wurde 1891 das Spritzenhaus erweitert und sogar schon eine Aufh\u00e4ngevorrichtung zum Trocknen der Schl\u00e4uche montiert. In dem neuen Raum war es auch m\u00f6glich, einen weiteren Schlauchhaspel unterzubringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die ersten 50 Jahre des 20. Jahrhunderts<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahre 1912 gab es wieder einen Gro\u00dfbrand in Heuchelheim. Der Windhof, damals noch au\u00dferhalb des Dorfes gelegen, brannte vollkommen ab. Bei dem ansteigenden Gel\u00e4nde war es schwierig, Wasser bis an die Brandstelle heranzupumpen. Drei Tage waren die M\u00e4nner der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden die wehrf\u00e4higen M\u00e4nner eingezogen, womit die Feuerwehr den gr\u00f6\u00dften Teil ihrer Mannschaft verlor. Zur Erg\u00e4nzung wurden \u00e4ltere Leute wieder zum Feuerwehrdienst herangezogen. Gl\u00fccklicherweise blieb unser Dorf w\u00e4hrend der Kriegsjahre von jeglichen Br\u00e4nden verschont. In den Nachkriegsjahren konnte der Mannschaftsbestand wieder auf die erforderliche H\u00f6he gebracht werden, vor allen Dingen durch den Beitritt junger Burschen. Die Ausr\u00fcstung mit Ger\u00e4ten wurde durch die Anschaffung einer Saug- und Druckspritze sowie einer mechanischen Leiter wesentlich verbessert. Der Bau eines neuen Ger\u00e4tehauses gew\u00e4hrleistete eine zentrale Unterbringung der gesamten Ger\u00e4tschaften. 1928 feierte man auf dem Geiersberg das 50-j\u00e4hrige Bestehen unter Beteiligung vieler ausw\u00e4rtiger Wehren. Der Bau der Wasserleitung ab 1929 erforderte eine Umgruppierung der Wehr. Die Spritzenmannschaften waren nicht \u00fcberfl\u00fcssig, aber doch in ihrer Bedeutung gemindert, da unsere Wasserleitung einen guten Druck hatte. Direkt vom Hydranten konnte das Wasser in die Strahlrohre geleitet werden. Die Ausbildung der Feuerwehrleute wurde den neuen Gegebenheiten angepasst. Bei einem Brand 1932 in der Nachbarschaft w\u00e4re das Ger\u00e4tehaus beinahe ein Raub der Flammen geworden. Zu einem Gro\u00dfbrand musste die Wehr 1934 ausr\u00fccken. Das S\u00e4gewerk Abendstern stand in Flammen. Da die Wasserleitung noch nicht bis zum Abendstern verlegt war, musste Wasser aus dem Bieberbach auf beachtliche Entfernung bei Steigung bis an die Brandstelle gedr\u00fcckt werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_1330\" style=\"width: 412px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1330\" class=\" wp-image-1330\" src=\"http:\/\/wp1152981.server-he.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G01.jpg\" alt=\"Festumzug 1954 in der Brauhausstra\u00dfe\" width=\"402\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G01.jpg 1647w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G01-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G01-768x489.jpg 768w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G01-1024x652.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><p id=\"caption-attachment-1330\" class=\"wp-caption-text\">Festumzug 1954 in der Brauhausstra\u00dfe<\/p><\/div>\n<p>Der Wehr gelang es, nur das Wohnhaus und die gro\u00dfen Holzvorr\u00e4te zu sch\u00fctzen. Im Jahre 1939 erhielt die Wehr ihre erste Motorspritze. Muskelkraft zum Wasserpumpen wurde jetzt \u00a0nicht mehr ben\u00f6tigt. Das neue Ger\u00e4t erforderte aber zur Bedienung Fachleute, M\u00e4nner, die mit Motoren umzugehen wussten. Der Landesfeuerwehrverband bildete die ersten Maschinisten aus. Die Technisierung im Feuerl\u00f6schwesen nahm ihren Lauf, in dieser Zeit allerdings schon auf den Luftschutz ausgerichtet. So erfolgte die Alarmierung nicht mehr durch Hornsignale, sondern durch eine Sirene, die auf dem Rathaus installiert war. Die Wehr erhielt neue blaue Uniformen und als Kopfschutz einen Stahlhelm. In diesen Jahren waren zwei Scheunenbr\u00e4nde zu bek\u00e4mpfen, die aber dank der Motorspritze nicht weiter um sich greifen konnten. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 machte es erforderlich, dass sich \u00e4ltere M\u00e4nner in den Feuerwehrdienst stellen mussten. Im Jahre 1942 konnte ein Vorspannwagen f\u00fcr die Motorspritze angeschafft werden. Hiermit war es m\u00f6glich, die Bedienungsmannschaft mit der Motorspritze schnell an jede Brandst\u00e4tte zu bringen. Fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig hatte sich Heuchelheim stark ausgedehnt. Damit bei einem Ausfall der Wasserleitung gen\u00fcgend L\u00f6schwasser verf\u00fcgbar war, konnte durch ein Stausystem der Bieberbach unterhalb vom M\u00fchlchen in das Kanal- system eingeleitet werden. Durch Stauungen in den Kan\u00e4len selbst wurde f\u00fcr viele abseits der Bieberbach gelegene Stra\u00dfenz\u00fcge die L\u00f6schwasserversorgung sichergestellt. Im Jahre 1943 fand eine gro\u00dfe Luftschutz- und Feuerwehr\u00fcbung statt, um die L\u00f6schwasserversorgung durch das Kanalsystem zu erproben. An dieser \u00dcbung beteiligte sich auch die Werksfeuerwehr der Firma Schunk &amp; Ebe. Hierbei konnte erstmalig das neue Schauml\u00f6schger\u00e4t bewundert werden. Der Krieg mit seinen schrecklichen Luftangriffen machte auch vor den Toren Heuchelheims nicht halt. Am 6. Dezember 1944 musste die Wehr nach dem verheerenden Fliegerangriff auf Gie\u00dfen dorthin zum Einsatz. Die Spritzen und Ger\u00e4tschaften wurden jetzt nicht mehr zentral im Feuerwehrger\u00e4tehaus aufbewahrt, sondern an verschiedenen Stellen im Dorf untergebracht. Diese Ma\u00dfnahme bew\u00e4hrte sich beim Fliegerangriff am 11. Dezember. Eine Bombe traf das Ger\u00e4tehaus und legte es in Tr\u00fcmmer. Der Vorspannwagen war zerst\u00f6rt, die Spritze heilgeblieben. Sie wurde von beherzten M\u00e4nnern herausgeholt und kam sofort zum Einsatz. In der Bachstra\u00dfe brannten viele Scheunen, von Brandbomben entz\u00fcndet. In aufopfernder Weise beteiligten sich die Einwohner an den L\u00f6scharbeiten. Frauen halfen die Spritzen bedienen und bildeten Eimerketten zum Bieberbach, um Wasser herbeizuschaffen. Diese Bem\u00fchungen lohnten sich. Die Scheunen brannten zwar aus, doch an keinem einzigen Brandherd konnte das Feuer auf ein Wohnhaus \u00fcbergreifen. Die Telefonleitungen waren zerst\u00f6rt, und bis Motorradfahrer aus den Nachbarorten L\u00f6schhilfe herbeiholen konnten, war die Hauptarbeit getan. Nachmittags standen insgesamt 11 Motorspritzen im Einsatz, um den Riesenbrand in der Fabrikanlage der Firma Rinn &amp; Cloos zu bek\u00e4mpfen. Noch tagelang schwelte das Feuer in den Tabaklagern, bis es endg\u00fcltig abgel\u00f6scht werden konnte. Bew\u00e4hrt hatte sich wiederum das Kanalsystem, denn die Wasserleitungen waren durch die Fliegerbomben zerst\u00f6rt. In einigen F\u00e4llen musste sogar mit Jauche aus den Gruben der Bauernh\u00f6fe gel\u00f6scht werden. Noch wochenlang r\u00e4umten Einwohner Tr\u00fcmmer beiseite und besserten die Wasserleitung aus.<\/p>\n<div id=\"attachment_1331\" style=\"width: 618px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1331\" class=\" wp-image-1331\" src=\"http:\/\/wp1152981.server-he.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G02.jpg\" alt=\"Die Aktiven im Jubil\u00e4umsjahr 1966\" width=\"608\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G02.jpg 1965w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G02-300x218.jpg 300w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G02-768x559.jpg 768w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G02-1024x745.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 608px) 100vw, 608px\" \/><p id=\"caption-attachment-1331\" class=\"wp-caption-text\">Die Aktiven im Jubil\u00e4umsjahr 1966<\/p><\/div>\n<p><strong>Nach dem 2. Weltkrieg bis zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Krieg war die Mannschaftsst\u00e4rke der Feuerwehr sehr gering. Die erste konstituierende Zusammenkunft fand am 13. 11. 1945 statt. Viele M\u00e4nner und auch heimkehrende Soldaten wollten keine Uniform und keinen Helm mehr tragen, auch nicht in der Feuerwehr, so dass f\u00fcr einige Zeit der Brandschutz mit einer Pflichtfeuerwehr gesichert werden musste. Erst ein Brand in dieser Zeit lie\u00df die Notwendigkeit einer einsatzbereiten Wehr erkennen. Es folgten Beitrittserkl\u00e4rungen, so dass 1948 gen\u00fcgend aktive, vor allem j\u00fcngere Feuerwehrleute zur Verf\u00fcgung standen. Inzwischen war auch wieder ein Vorspannwagen f\u00fcr die Motorspritze beschafft worden, denn in den Nachkriegswirren gingen sowohl das Feuerwehrauto als auch die Motorspritze verloren. Tatkr\u00e4ftige Mitglieder der Wehr brachten die Ger\u00e4tschaften in Ordnung. Es gelang ihnen sogar, das Ger\u00e4tehaus in Eigenhilfe wieder einigerma\u00dfen aufzubauen. Nach 1948 und der Stabilisierung unserer W\u00e4hrung sah sich die Gemeindeverwaltung in der Lage, mehr Mittel f\u00fcr die Ausr\u00fcstung der Wehr einzusetzen. So wurde zum 75-j\u00e4hrigen Bestehen ein neues modernes L\u00f6schfahrzeug \u00fcbergeben. Anl\u00e4\u00dflich des Festes traten erstmals der neu gegr\u00fcndete Spielmannszug sowie der Musikzug in neuer Besetzung auf. Diese beiden Einrichtungen sind fortan feste Bestandteile der Feuerwehr geblieben. Um den Nachwuchs brauchte man sich keine Sorgen machen. Die \u00e4lteren Mitglieder konnten ins 2. Glied zur\u00fccktreten, ohne dass die Schlagkraft der Wehr dadurch gef\u00e4hrdet wurde. Viele Einwohner schlossen sich in den nachfolgenden Jahren der Wehr als f\u00f6rdernde Mitglieder an. Das ist nicht zuletzt der Initiative eines Mannes zu verdanken, der in seiner Wirkungszeit als Ortsbrandmeister f\u00fcr die Wehr viel geleistet hat: Karl Weber, dessen Name mit der Weiterentwicklung der Heuchelheimer Feuerwehr wohl am engsten verkn\u00fcpft ist. Die Wehr war jetzt eine der leistungsf\u00e4higsten im Kreis Gie\u00dfen. Eine Veranstaltung besonderer Art war die \u201eWoche der Feuerwehr&#8220; vom 29. 8. bis 4. 9. 1966. Aus Anlass der hundertsten Wiederkehr des Tages der Brandkatastrophe von 1866 sollte demonstriert werden, dass eine solche Feuersbrunst heute nicht mehr geschehen kann. Eine einzige Motorspritze f\u00f6rdert mehr Wasser zum Brandherd als alle damals eingesetzten Handspritzen. Den Zuschauern wurde bei einer gro\u00df angelegten Schau\u00fcbung die Zeit vor 100 Jahren mit den damaligen L\u00f6schger\u00e4ten vorgef\u00fchrt und zum Vergleich gezeigt, wie man mit den heute zur Verf\u00fcgung stehenden Ger\u00e4ten arbeiten kann. Im gleichen Jahr wurde die m\u00e4nnliche Jugendfeuerwehr gegr\u00fcndet, nachdem man versucht hatte, die Jugend f\u00fcr den Selbstschutzgedanken zu gewinnen. Die jungen Menschen werden mit den technischen Einrichtungen vertraut gemacht und zeigen reges Interesse an ihren Aufgaben. Aus dieser gut funktionierenden Gruppe erh\u00e4lt die Freiwillige Feuerwehr einen verantwortungsbewu\u00dften Nachwuchs. Zum 90-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um im Jahre 1968 wurde die Jugendfeuerwehr zum ersten Mal vorgestellt. Acht Jahre sp\u00e4ter erfolgte die Gr\u00fcndung einer weiblichen Jugendfeuerwehr, die mit dem selben Eifer an ihre Aufgaben herangeht wie die m\u00e4nnliche Jugend. In den darauffolgenden Jahren wird die Wehr mit neuzeitlichen technischen Einrichtungen wie Funksprechger\u00e4ten, schweren Atemschutzger\u00e4ten und anderen technischen Hilfsmitteln ausger\u00fcstet. Die Gemeinde<\/p>\n<div id=\"attachment_1333\" style=\"width: 581px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1333\" class=\" wp-image-1333\" src=\"http:\/\/wp1152981.server-he.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G03.jpg\" alt=\"Schau\u00fcbung in der Brauhausstra\u00dfe 1966\" width=\"571\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G03.jpg 1655w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G03-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G03-768x489.jpg 768w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G03-1024x652.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><p id=\"caption-attachment-1333\" class=\"wp-caption-text\">Schau\u00fcbung in der Brauhausstra\u00dfe 1966<\/p><\/div>\n<p>beschlie\u00dft 1970 die Anschaffung eines Leiterfahrzeuges vom Typ DL 30, vor allem erforderlich geworden durch h\u00f6here Geb\u00e4ude in Heuchelheim. Das Fahrzeug wurde auch schon \u00f6fter von au\u00dferhalb zu Hilfe gerufen und in Gie\u00dfen und anderen Nachbar-Gemeinden eingesetzt. Mit besonderem Stolz verf\u00fcgt heute die Heuchelheimer Wehr \u00fcber einen stets einsatzbereiten Fahrzeug- und Ger\u00e4tepark, der vorbildlich untergebracht ist und regelm\u00e4ssig gewartet wird. Im Oktober 1977 wird der 2. Erweiterungsbau des Ger\u00e4tehauses seiner Bestimmung \u00fcbergeben. Damit hat die Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim eine Unterkunft mit weiteren Fahrzeugeboxen sowie Unterrichts- und Sanit\u00e4rr\u00e4umen erhalten. Schulungen, Lehrg\u00e4nge, aber auch gesellige Zusammenk\u00fcnfte sind jetzt m\u00f6glich geworden und haben nicht zuletzt einen f\u00f6rderlichen Einflu\u00df auf das Vereinsleben. Gr\u00f6\u00dfere Br\u00e4nde hat es in den letzten Jahren in Heuchelheim nicht mehr gegeben. Bei jedem Einsatz ist ein \u00dcbergreifen des Brandes verhindert worden. Die Wehr ist stolz darauf, bei Alarm nach zwei Minuten ausr\u00fccken zu k\u00f6nnen. Im Verlauf der Jahre hat eine gewisse Wandlung eingesetzt, die den Aufgabenbereich der Feuerwehren vom eigentlichen Brandschutz her weiter ausdehnt. Die Wehr ist jetzt eine allgemeine Hilfsorganisation geworden, die in unserer technisierten Zeit zu den vielf\u00e4ltigsten Katastrophenf\u00e4llen gerufen werden kann. Die Neugliederung unserer Region f\u00fchrte unsere Freiwillige Feuerwehr 1977 in den Stadtverband \u00a0Lahn.<\/p>\n<p><strong>Die Jahre 1978 &#8211; 2002<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Berichterstattung \u00fcber die ersten 100 Jahre, die wir aus der Jubil\u00e4umsbrosch\u00fcre 1978 \u00fcbernommen haben, endet im Jahre 1978. Die im Rahmen einer Gebietsreform geschaffene Gro\u00dfstadt Lahn aus den St\u00e4dten Gie\u00dfen und Wetzlar sowie 15 weiteren Gemeinden, die von der Bev\u00f6lkerung nicht angenommen wurde und demzufolge nach nur zweieinhalb Jahren wieder aufgel\u00f6st werden musste, brachte auch f\u00fcr die Feuerwehr in Heuchelheim Ver\u00e4nderungen mit sich. Denn f\u00fcr den Brandschutz ist nun einmal die Verwaltung der Gesamtstadt und nicht einzelne Ortsteile verantwortlich. Demzufolge war die Heuchelheimer Feuerwehr in dieser Zeit dem Stadtbrandinspektor unterstellt. Es spricht aber f\u00fcr den Stellenwert der Wehr, dass ein Repr\u00e4sentant aus ihren Reihen, der sp\u00e4tere Ortsbrandmeister Erwin Germer, zum stellvertretenden Stadtbrandinspektor ernannt wurde. 1978 feierte man das 100-j\u00e4hrige Bestehen der Wehr auf dem Festplatz im Linn. Gleichzeitig waren wir Ausrichter des 1. Feuerwehr-Stadtverbandstages der Stadt Lahn. Das Fest fand in der gewohnt guten und harmonischen Atmosph\u00e4re statt, die man bei Heuchelheimer Jubil\u00e4umsfesten kennt. Im August 1979 war dann die Zeit der Stadt Lahn vorbei, Heuchelheim wurde wieder selbstst\u00e4ndig. Mit Beginn des Jahres 1980 hatten wir wieder einen eigenen Ortsbrandmeister, den bisherigen stellvertretenden Stadtbrandinspektor Erwin Germer, der dieses Amt bis 1986 aus\u00fcbte. 1981 wurde das erste moderne L\u00f6schfahrzeug der Heuchelheimer Feuerwehr nach 28 Jahren durch ein modernes LF 16 ersetzt. Dank der guten Pflege, die der Borgward B 2000 in all den Jahren genoss, konnte er noch bis zum Jahre 1997 als Ger\u00e4tewagen bei der Werksfeuerwehr Schunk eingesetzt werden. Heute ist er wieder im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr (siehe auch den Bericht auf Seite 58). Dreimal wurde im Jahre 1984 in Heuchelheim Hochwasseralarm ausgel\u00f6st, wobei sich das im Mai 1984 \u00fcbergebene LF 8 auf Unimog-Fahrgestell mit erh\u00f6hter Watf\u00e4higkeit hervorragend bew\u00e4hrte. M\u00fchlstra\u00dfe, Brauhausstra\u00dfe und Bachstra\u00dfe standen unter Wasser und waren unpassierbar; zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden. In den darauffolgenden Jahren gab es einige gro\u00dfe Eins\u00e4tze wie z. B. bei der Mittelhessenschau in Gie\u00dfen im Jahre 1987, dem Gro\u00dfbrand des Futon- M\u00f6belhauses 1991, dem Gro\u00dfbrand im S\u00e4gewerk Rinn im Sanderweg 1996 sowie dem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Sudetenstra\u00dfe, der leider auch Todesopfer forderte. Dar\u00fcber hinaus musste die Feuerwehr bei zahlreichen Verkersunf\u00e4llen Hilfe leisten, die je nach Schwere auch gro\u00dfe Anforderungen an die Psyche der Einsatzkr\u00e4fte stellten. Die Ausr\u00fcstung der Feuerwehr wurde st\u00e4ndig weiter verbessert. Neben den gr\u00f6\u00dferen Anschaffungen wie ein neues Tankl\u00f6schfahrzeug im Jahr 1991 und einem neuen Einsatzleitwagen mit moderner Kommunikationstechnik 1994 durch die Gemeinde und weiteren f\u00fcr den Brandschutz verantwortliche<\/p>\n<div id=\"attachment_1334\" style=\"width: 769px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1334\" class=\" wp-image-1334\" src=\"http:\/\/wp1152981.server-he.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G04.jpg\" alt=\"Historisches L\u00f6schfahrzeug mit 1 PS (Schau\u00fcbung 1978)\" width=\"759\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G04.jpg 1201w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G04-300x131.jpg 300w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G04-768x334.jpg 768w, https:\/\/www.feuerwehr-heuchelheim.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/EA_G04-1024x446.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px\" \/><p id=\"caption-attachment-1334\" class=\"wp-caption-text\">Historisches L\u00f6schfahrzeug mit 1 PS (Schau\u00fcbung 1978)<\/p><\/div>\n<p>Institutionen gab es auch eine Reihe von Investitionen durch den Verein Freiwillige Feuerwehr, die den gemeindlichen Brandschutz optimierten. Bauliche \u00c4nderungen sorgten daf\u00fcr , dass das Heuchelheimer Feuerwehrhaus eine moderne und voll intakte Einsatzzentrale mit allen notwendigen Einrichtungen wurde, die jedem Vergleich mit gr\u00f6\u00dferen Feuerwehren standh\u00e4lt. Mehrere besondere Ereignisse und Eins\u00e4tze in den letzten beiden Jahren verdienen hier noch eine zus\u00e4tzliche Erw\u00e4hnung. Da ist zum Ersten der Einsatz beim Maul- und Klauenseuche-Alarm in Biebertal und Wettenberg im Fr\u00fchjahr 2001, der \u00fcber einige Tage unsere Wehr mit Dekontaminierungsaufgaben an der Stra\u00dfenkreuzung am Abendstern besch\u00e4ftigte. Bei einer gro\u00df angelegten Suchaktion \u00fcber zwei Tage nach einem vermissten M\u00e4dchen aus Biebertal wurden zusammen mit Polizeikr\u00e4ften und vielen Nachbarwehren die Gemarkungen von Biebertal und Wettenberg abgesucht. Von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Wehr war die Ersatzbeschaffung f\u00fcr die Drehleiter, die nach 32 Jahren nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entsprach. Im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit der Stadt Gie\u00dfen wurde eine M\u00f6glichkeit gefunden, damit auch in Zukunft die Heuchelheimer Feuerwehr \u00fcber eine Drehleiter verf\u00fcgen und einen optimalen Brandschutz f\u00fcr unsere Gemeinde garantieren kann. So wird sie auch bei Hilfeersuchen aus den Nachbargemeinden ihrem Ruf als hervorragend ausger\u00fcstete und ausgebildete Wehr gerecht. Und als weiteres herausragendes Ereignis ist der Hochwassereinsatz an Elbe und Mulde zu vermelden, wo eine \u00f6rtliche Einsatzgruppe aktiv vor Ort t\u00e4tig war. Daneben waren in Heuchelheim neben vielen anderen freiwilligen Helfern zahlreiche Kameradinnen und Kameraden mit der Herstellung von Quickdamm-Elementen besch\u00e4ftigt, die ebenfalls in den neuen Bundesl\u00e4ndern zum Einsatz kamen. Abschlie\u00dfend sprechen wir die Hoffnung aus, dass auch k\u00fcnftig durch die Investitionsbereitschaft der Gemeinde und der anderen f\u00fcr die Ausr\u00fcstung der Feuerwehren zust\u00e4ndigen Institutionen der technische Standard erhalten und weiterentwickelt wird. Und wir hoffen, dass es dem Verein Freiwillige Feuerwehr gelingt, auch in Zukunft junge Menschen f\u00fcr den Dienst am B\u00fcrger und der Gesellschaft zu gewinnen. Beides muss einander erg\u00e4nzen, denn bei einer nicht zeitgem\u00e4\u00dfen Ausr\u00fcstung werden sich kaum junge Menschen begeistern lassen. Wenn dies gelingt, dann k\u00f6nnen wir uns auch weiterhin auf einen umfassenden Brand- und Katastrophenschutz verlassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gr\u00fcndung 1878 &nbsp; Ein Gro\u00dffeuer im Herbst 1878, aber auch die furchtbaren Erinnerungen an das gro\u00dfe Brandungl\u00fcck im Jahre 1866 d\u00fcrften den Anlass zur Gr\u00fcndung einer Freiwilligen Feuerwehr in Heuchelheim gegeben haben. Allein bei der Brandkatastrophe von 1866 wurden 264 Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt und 369 Bewohner obdachlos. 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